Rhein-Weser-Germanen im 1. Jahrhundert vor Christus
Rhein-Weser-Germanen im 1. Jahrhundert vor Christus

Grundsätzlich bestand die Kleidung aus Wolle.

 

Leinen ist auch archäologisch nachgewiesen, aber sehr selten. Dies kann aber auch an den Erhaltungsbedingungen liegen, daher mache ich lieber keine quantitative Aussage.

 

Tierfelle wurden nur als Zusatzkleidung (Umhänge oder Schulterkragen) nachgewiesen. Befundet wurden neben Rind und Schaf auch Reh und Hund. Alle Fundstücke sind Kürschner-Ware, d.h. zugeschnitten und vernäht. Überwiegend als Nässeschutz mit dem Fell nach außen gefertigt, gab es auch doppelt ausgeführte Umhänge mit Fell auf beiden Seiten (z.B.: Frau v. Huldremose).

 

Gewebt wurde auf dem Gewichtswebstuhl und dem Rundwebstuhl. Daneben gibt es Sprangflechten, Brettchen- und Kammweben.

 

Die Qualität des Webens war hoch. Die meisten Stoffe waren aus feinem Garn und in vielfältigen Webarten gewebt. In meiner Darstellungszeit nimmt jedoch die einfache Leinwandbindung im Befund stark zu, was vermutlich dem erhöhten Bedarf durch die wachsende Bevölkerung geschuldet ist.

 

Dabei wurde nach Bedarf gewebt, d.h. die Webstücke entsprachen soweit wie möglich ihrer benötigten Form, um den Verschnitt so gering wie möglich zu halten.

Aus technischen Gründen benötigte das Webstück am Gewichtswebstuhl eine feste Anfangskante, mit der es am Webstuhl angeschlagen wurde. Diese Kante wurde gerne als Brettchengewebe ausgeführt. Es gab aber auch Anfangskanten in Flechttechnik (z.B. Mantel v. Rendswühren). Am Rundwebstuhl ist dies so nicht nötig, da die Kettfäden sozusagen "endlos" sind.

 

Neben den o.a. Anfangskanten werden weitere Borten gerne als Verzierung hinzugefügt.

 

Farbigkeit: Die große dänische Reihenuntersuchung an 180 Stoffproben aus der Eisenzeit hat ergeben, das etwa 60 % der Stoffe "künstliche" Farben aufwiesen (Basis: Sehr helle Wolle, was anderes läßt sich nicht färben). Uni müssen aber auch die anderen 40% nicht gewesen sein, da hier immer noch die natürlichen Wollfärbungen in schwarzen, braunen und hellen Farbtönen zur Verfügung stehen, was jedoch z.Zt. wohl nicht nachweisbar ist.

 

Bei den Färbungen dominieren grüne, gelbe und braune Töne. Blaue machen etwa 16%, rote gar nur etwa 9% der gefärbten Stoffproben aus.

Blau färbendes Waid und rot färbendes Krapp wuchs nicht überall, mussten erhandelt werden und waren nur etwas für Wohlhabendere, die sich den Import leisten konnten. Außerdem könnten diese Farben bestimmten gesellschaftlichen Gruppen vorbehalten gewesen sein (die extra bestattete Thorsberg-Tunika war rot mit blauen Fransen an den Seiten // Blau war die Farbe des fränkischen Königsmantels.)

Gelb und grün dagegen färbt fast alles was wächst (gerne Brennessel oder Birkenlaub, unter Beigabe von Eisen gelb, unter Beigabe von Kupfer grün, Nüsse färben braun).

 

 

 

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© Joachim Werthmann